Regulierung
2026-08-20
Vor sechs Monaten schickte Hollywood ByteDance eine Unterlassungsaufforderung. Diese Woche unterzeichneten beide einen Waffenstillstand — und es floss kein Geld.
ByteDance und die Motion Picture Association, der Verband der großen amerikanischen Studios und Streamingdienste, gaben am 17. August eine Absichtserklärung bekannt, die einen globalen Rahmen für den Schutz geistigen Eigentums bei generativen Video- und Bildmodellen festlegt. Erfasst sind ByteDances Videomodell Seedance und Bildmodell Seedream sowie deren Einsatz in TikTok, CapCut und Dreamina. Den Hintergrund bildet ein Streit: Im Februar, nach dem Erscheinen von Seedance 2.0 und nachdem Nutzer Clips erstellten, die Schauspieler wie Brad Pitt und Tom Cruise abwandelten, schickte der Verband ByteDance eine Unterlassungsaufforderung; Disney und andere Studios argumentierten, die Werkzeuge könnten urheberrechtlich geschützte Figuren und Prominentenabbilder ohne Erlaubnis erzeugen. Beide Seiten bauten anschließend Schutzmechanismen in die im vergangenen Monat erschienenen Versionen Seedance 2.5 und Seedream 5.0 Pro ein. Verbandschef Charles Rivkin bezeichnete das Urheberrecht als Grundstein der Branche. Was die Erklärung nicht ist: ein Lizenzabkommen. Sie ist freiwillig, und die Studios erhalten dafür keinerlei Zahlung für ihre Kataloge.
Warum es wichtig istBei der Abwesenheit von Geld lohnt es zu verweilen. Jede bisherige Beilegung dieses Streits nahm eine von zwei Formen an: eine Klage oder eine Lizenz, bei der die Studios für Trainingsdaten bezahlt werden. Dies ist eine dritte: Der Modellbauer sagt Leitplanken zu, die Studios sagen zu, vorerst nicht zu klagen, und die Frage, ob der Katalog im Training etwas wert war, bleibt unberührt. Für ByteDance ist das ein guter Tausch, denn eine Unterlassungsaufforderung des Verbands ist der Eröffnungszug eines Rechtsstreits auf dem amerikanischen Markt, zu dem das Unternehmen am dringendsten Zugang braucht. Den Studios erkauft sie eine Durchsetzung, die sie gegen ein chinesisches Unternehmen vor Gericht kaum schnell erreicht hätten. Doch ein freiwilliger Rahmen bindet nur, solange beide Seiten es wollen, und er setzt keinen Preis — also auch keinen Präzedenzfall, den der nächste Modellhersteller erreichen müsste.
✓ Verifiziert · 4 Quellen
▶ Passendes Video: ByteDance tightens IP safeguards on AI video generator
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