Werkzeuge
2026-08-19
Forscher fragten Copilot, warum man ihn nicht dazu bringen könne, Befehle automatisch auszuführen. Er erklärte es — und nannte dann den versteckten Schalter.
Varonis Threat Labs veröffentlichte die Einzelheiten zu CoSnitch am 18. August, am selben Tag, an dem Microsoft endlich den vollständigen Patch auslieferte. Die Forscher haben nichts rückentwickelt. Sie fragten Copilot Personal immer wieder und aus verschiedenen Richtungen, warum die automatische Ausführung von Anweisungen unmöglich sei; jede höfliche Ablehnung erklärte ein Stück mehr der dahinterliegenden Architektur, bis der Assistent von sich aus den Namen eines undokumentierten URL-Parameters preisgab. Zusammen mit dem bereits bekannten Parameter, der eine Anweisung transportiert, genügte damit ein einziger Link, um die Befehle des Angreifers beim Laden der Seite auszuführen — nichts zu klicken, nichts zu bestätigen. Von dort konnte Copilot alle vom Opfer verbundenen Konten lesen — Gmail, Drive, Kalender, OneDrive —, das Gefundene in eine Webadresse packen und diese Adresse abrufen, womit der Inhalt bei einem Server des Angreifers landete. Eine dritte Schwäche ließ Anweisungen, die in einer ganz gewöhnlichen Webseite versteckt waren, in Copilots Langzeitgedächtnis schreiben, wo sie Passwortwechsel, widerrufene Sitzungen und neu registrierte Geräte überlebten. Varonis meldete die Lücke im Dezember 2025; Microsoft blockierte einen Teil der Kette im Februar und schloss den Rest am 18. August. Hinweise auf eine Ausnutzung in freier Wildbahn gibt es nicht.
Warum es wichtig istDer Fehler ist behoben. Die Methode nicht. Jede Sicherheitsablehnung eines Assistenten ist zugleich eine kleine Offenlegung — er muss etwas darüber sagen, warum er die Sache nicht tut, und genügend solcher Etwas ergeben eine Karte. Das ist eine Kategorie von Schwachstelle, die es nicht gab, bevor wir Systeme ausgeliefert haben, die sich in natürlicher Sprache selbst erklären, und das Flicken einzelner Parameter greift dagegen nicht. Bemerkenswert ist auch, wie gewöhnlich die Beute war: Der Angriff hat keine Microsoft-Server geknackt, er nutzte lediglich die Berechtigungen, die Sie ohnehin erteilt hatten — genau das heißt es, einen Assistenten an sein Postfach anzuschließen.
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