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Werkzeuge AI Minute Newsroom 2026-08-27

Ein deutscher Broker mit 60 Milliarden Euro lässt ChatGPT und Claude jetzt Ihre Orders aufgeben. Das Ja müssen Sie weiterhin selbst drücken.

Ein deutscher Broker mit 60 Milliarden Euro lässt ChatGPT und Claude jetzt Ihre Orders aufgeben. Das Ja müssen Sie weiterhin selbst drücken.

Scalable Capital, der Münchner Broker mit über einer Million Kunden und mehr als 60 Milliarden Euro auf der Plattform, hat am 25. August angekündigt, dass Kundinnen und Kunden ihr Depot mit ChatGPT, Claude oder Grok verbinden und Anweisungen in Alltagssprache geben können. Die Funktion heißt Agentic Investing; das Unternehmen bezeichnet sich als erste Bank in Europa, die das anbietet. Die Verbindung läuft über das Model Context Protocol, den offenen Standard, den Anthropic für die Anbindung von Werkzeugen an Assistenten veröffentlicht hat; daneben gibt es einen Kommandozeilen-Client zur lokalen Installation. Aktiviert wird das in den Profileinstellungen, bestätigt per Zwei-Faktor-Verfahren. Vom ersten Tag an kann der Assistent Aktien, ETFs und Derivate suchen, Nachrichten, Realtime-Kurse und Kurshistorie lesen, Watchlisten und Preisalarme verwalten, Sparpläne anlegen und Orders aufgeben. Die Grenzen sind so wichtig wie die Funktionen: Jede Order und jeder Sparplan braucht vor der Ausführung eine ausdrückliche Freigabe, bestehende Kontoberechtigungen gelten weiter, Ein- und Auszahlungen laufen nur über Website oder App, Kostenausweise vor dem Handel und Basisinformationsblätter erscheinen wie gewohnt, und alles lässt sich jederzeit abschalten. Scalable stellt klar: Was der Assistent sagt, stammt vom Assistenten, nicht von der Bank, und ist keine Anlageberatung. Fortune berichtete über Forschung zum Verhalten solcher Modelle im simulierten Handel und hielt den unbequemen Befund fest: Bei der Frage, was gekauft wird, waren die Modelle passabel; bei der Frage, wie viel, schwach — sie dimensionierten Positionen deutlich aggressiver als ein risikogesteuertes Portfolio.

Warum es wichtig istZum ersten Mal lässt eine regulierte europäische Bank einen Allzweck-Chatbot an den Orderknopf, und das Design zeigt genau, wo die Branche die Grenze sieht: Das Modell darf denken, suchen und vorschlagen — bestätigen tut ein Mensch. Diese Unterscheidung trägt sehr viel Gewicht. Sie ist zugleich die Schwachstelle, denn Zustimmungsmüdigkeit ist real und gut belegt: Die zehnte Bestätigung des Tages wird deutlich flüchtiger gelesen als die erste. Der zweite Punkt, den man behalten sollte, ist der Befund zur Positionsgröße. Ein Modell, das ordentliche Unternehmen auswählt und dann auf jedes davon viel zu viel setzt, wirkt eine Weile brillant und dann nicht mehr — und genau diese Art Fehler macht eine Chat-Oberfläche unsichtbar: Man sieht einen selbstsicheren Absatz Begründung, keine Grafik der Positionsgrößen. Wer es ausprobiert, sollte die eigenen Limits festlegen, bevor er etwas verbindet, nicht danach.
#KI-Agenten

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