Regulierung
2026-08-17
Inzwischen werben mehr US-Kandidaten mit KI und Rechenzentren als mit Israel, Industrie oder Rassismus
Die Washington Post hat rund 1.200 Websites von Kandidatinnen und Kandidaten durchgesehen, die noch im Rennen für die Zwischenwahlen im November sind, und fand, dass KI- oder Rechenzentrumspolitik in etwa 40 % der Wahlkämpfe vorkommt. An diesem Maßstab gemessen hat das Thema mehrere lange etablierte Wahlkampfthemen überholt, darunter Israel, Industrie und Rassismus. Der Unterschied zwischen den Parteien ist groß: Demokraten, die für das Repräsentantenhaus, den Senat oder ein Gouverneursamt antreten, sprechen auf ihren Seiten mehr als doppelt so häufig etwas zu KI oder Rechenzentren an wie Republikaner. Der Druck hinter diesen Zahlen ist lokal, nicht ideologisch. Eine Gallup-Umfrage in diesem Jahr ergab, dass sieben von zehn Amerikanern gegen den Bau eines KI-Rechenzentrums in der eigenen Gegend sind, und landesweit wurden mehr als 1.500 neue Zentren beantragt. NPR, NBC News und PBS berichteten aus den Vorwahlen dasselbe Muster: Klagen über Stromrechnungen, Wasserverbrauch, Lärm und den fehlenden erkennbaren Nutzen vor Ort, vorgetragen von Kandidaten beider Parteien, mitunter gegen die eigene Seite.
Warum es wichtig istDrei Jahre lang fand KI-Politik in Anhörungen und Dekreten statt, auf einer Ebene, die die meisten Wählerinnen und Wähler nie berührten. Hier wird sie zum Thema an der Haustür, und dorthin gebracht hat sie nicht der Jobverlust und nicht das existenzielle Risiko, sondern die Stromrechnung und das fensterlose Gebäude am Ortsrand. Das ist wichtig dafür, wie Regulierung am Ende aussehen wird: Kommt der Druck über Flächennutzung, Netzentgelte und Bauleitplanung, entstehen Planungsregeln und Verteilungskämpfe um Kosten, kein Gesetz zur Modellsicherheit. Bemerkenswert ist zudem, dass der Widerstand die Parteigrenzen überschreitet — das ist selten und macht es beiden Parteien deutlich schwerer, ihn wegzuverhandeln.
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