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Branche 2026-08-18

Wenn ein Start-up stirbt, kommt sein Slack-Archiv in den Verkauf — ein Käufer bietet bis zu 300.000 Dollar für die Chatprotokolle

Wenn ein Start-up stirbt, kommt sein Slack-Archiv in den Verkauf — ein Käufer bietet bis zu 300.000 Dollar für die Chatprotokolle

KI-Datenfirmen kaufen inzwischen die internen Aufzeichnungen gescheiterter und übernommener Start-ups: Slack-Kanäle, E-Mail-Verläufe, Google-Drive-Ordner, Projektnotizen und Zoom-Mitschnitte. Zu den Käufern gehört Mercor, das großen Laboren Trainingsdaten liefert; einzelne Angebote sollen bis zu 300.000 Dollar für das Archiv eines Unternehmens erreichen. Der Grund liegt im Inhalt. Bobby Samuels, Chef der Datenfirma Protege, sagt, die Labore hätten das öffentliche Internet praktisch ausgeschöpft und brauchten nun Aufzeichnungen davon, wie Menschen tatsächlich miteinander arbeiten: den Slack-Thread, in dem Ingenieure über eine Architektur stritten, die Mailkette, in der Gründer zu einer Entscheidung kamen, die unaufgeräumte Mitte eines Projekts statt seines veröffentlichten Ergebnisses. Genau dieses Denken im Vollzug sollen Agenten nachahmen lernen — und genau das veröffentlicht fast niemand.

Warum es wichtig istNiemand, der diese Nachrichten geschrieben hat, hat dem zugestimmt. Beschäftigte tippten in einen privaten Arbeitsraum in der Annahme, er bleibe intern; Jahre später werden die Reste der Firma samt Archiv in einer Insolvenz oder Übernahme verkauft. Es gibt keine Benachrichtigung, keinen Widerspruch und in den meisten Rechtsordnungen auch keine klare Regel, die diesen Weg verbietet. Wer je in einem Start-up gearbeitet hat, das dichtgemacht hat, dessen Arbeitsgespräche sind womöglich längst Trainingsdaten.

✓ Verifiziert · 3 Quellen

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