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Branche 2026-08-10

Die KI hat den Speicher aufgekauft, also testet Apple Chips einer Firma auf der schwarzen Liste des Pentagons

Die KI hat den Speicher aufgekauft, also testet Apple Chips einer Firma auf der schwarzen Liste des Pentagons

Apple testet DRAM-Speicherchips von ChangXin Memory Technologies, dem staatlich gestützten chinesischen Hersteller CXMT, in mehreren Produktlinien einschließlich iPhones und MacBooks — so ein Bericht des Wall Street Journal, der am Wochenende aufgegriffen wurde. Die Tests beschränken sich auf Geräte für den chinesischen Markt, und Apple soll die Zustimmung des Weißen Hauses suchen, bevor die Chips kommerziell eingesetzt werden könnten. Bestätigt übernommen ist nichts. Der Grund ist die Speicherknappheit, die der Einkauf der KI-Rechenzentren erzeugt hat: Die Preise sind so weit gestiegen, dass Tim Cook vor zwei Monaten bei einer Preiserhöhung ausdrücklich die Chipkosten anführte. CXMT ist kein naheliegender Ersatz. Ein Analyst sieht das Unternehmen zwei bis drei Generationen hinter SK Hynix, Samsung und Micron, auch wenn es im zweiten Quartal rund sieben Prozent des weltweiten DRAM-Umsatzes erzielte und im Juli in Schanghai an die Börse ging, wo es inzwischen zu den wertvolleren Unternehmen des Festlandmarkts zählt. Die Politik wiegt schwerer als die Technik. CXMT steht auf der Liste chinesischer Militärunternehmen des US-Verteidigungsministeriums, und am 29. Juli forderte eine überparteiliche Gruppe von Senatoren Apple auf, dessen Chips vollständig auszuschließen. Berichten zufolge begann Apples Vorstoß zudem teilweise als Druckmittel in Preisverhandlungen mit bestehenden Lieferanten — und CXMT weigerte sich trotzdem, seine Preise zu senken.

Warum es wichtig istVor zwei Tagen lautete die Nachricht, dass die weltweite Speicherproduktion für 2027 bereits verkauft ist, überwiegend an KI-Rechenzentren. So sieht es aus, wenn das bei einem Unternehmen ankommt, das Dinge herstellt, die man in der Hand hält. Apple ist der Hersteller mit der disziplinistesten Lieferkette der Welt, liefert Hunderte Millionen Geräte im Jahr aus und testet nun Bauteile eines gelisteten staatsnahen Zulieferers, von dem die eigene Regierung abrät — weil die Alternative darin besteht, zu zahlen, was die drei etablierten Speicherhersteller verlangen, und es weiterzugeben. Die Preiserhöhung hat bereits stattgefunden. Der größere Punkt: Der KI-Ausbau ist keine eigene Branche mit eigener Ökonomie mehr. Er bietet auf dieselben physischen Bauteile wie Telefone, Notebooks, Autos und Spielkonsolen, und wenn er gewinnt, zeigen sich die Folgen in ganz gewöhnlichen Lieferketten und im Preis ganz gewöhnlicher Hardware. Apples Unbehagen ist das bislang deutlichste Zeichen dafür, wie weit dieser Druck inzwischen reicht.

✓ Verifiziert · 4 Quellen

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