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Branche 2026-08-12

OpenAIs einzige Ethikerin ging im Juli. Angekündigt wurde es nicht, besetzt ist die Stelle bis heute nicht.

OpenAIs einzige Ethikerin ging im Juli. Angekündigt wurde es nicht, besetzt ist die Stelle bis heute nicht.

Die Financial Times berichtete am 11. August, dass Chloé Bakalar, im August 2025 als Leiterin für KI-Ethik zu OpenAI geholt, das Unternehmen im Juli 2026 verlassen hat — nach weniger als einem Jahr. OpenAI machte keine Ankündigung, die Position ist unbesetzt. Bakalar kam von Meta, wo sie seit November 2021 Chefethikerin war; bei OpenAI umfasste ihr Aufgabenbereich ethische Ansätze in der Modellentwicklung, das Zusammenspiel von Mensch und Modell sowie die Debatten um Maschinenbewusstsein. Auf den Abgang angesprochen, sagte ein OpenAI-Sprecher, KI-Ethik gehöre nicht einer einzelnen Person oder einem Team, ethische Fragen seien in allen Forschungsgruppen verankert, die die Modelle bauen. Der Weggang folgt zwei weiteren aus dem Sicherheitsbereich in diesem Jahr: Johannes Heidecke, der das Safety-Systems-Team leitete, und Joshua Achiam, der Chefzukunftsforscher.

Warum es wichtig ist„Ethik ist Sache aller" ist entweder eine echte organisatorische Entscheidung oder der Satz, zu dem man greift, wenn sie niemandes Sache mehr ist. Der Unterschied zeigt sich, wenn eine Produktentscheidung auf einen Sicherheitseinwand trifft: Eine eigene Stelle gibt jemandem das Standing, diese Auseinandersetzung öffentlich zu verlieren; ohne Stelle findet sie namenlos statt. Die Meldung fällt in dieselben zwei Wochen, in denen OpenAI ein Modell ausgeliefert hat, das gezielt darauf trainiert wurde, Hacking-Fragen zu beantworten, die es früher verweigerte — und in denen das Unternehmen vor einem möglichen Börsengang um Investoren wirbt. Ob das zusammenhängt, kann von außen niemand sagen. Aber ein leerer Ethikstuhl beim größten Verbraucher-KI-Unternehmen ist ein Fakt, den man im Blick behalten sollte.

✓ Verifiziert · 3 Quellen

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