Branche
2026-08-21
Bei den Unternehmensausgaben für KI führt weiter Anthropic. Erstmals seit Mai schrumpft der Abstand jedoch, statt zu wachsen.
Ramp, das für einen großen Teil amerikanischer Firmen Firmenkarten und Spesen abwickelt, veröffentlicht monatlich, wie viele seiner Kunden für welchen KI-Anbieter zahlen. Der am 20. August berichtete August-Index weist für Juli knapp 44 Prozent der Unternehmen bei Anthropic und knapp 40 Prozent bei OpenAI aus. Die Führung übernahm Anthropic erstmals im Mai mit 41 zu 39, und OpenAI lag seither nie wieder vorn — doch die Richtung hat sich gedreht: Nachdem Anthropic monatelang den Vorsprung ausbaute, holt nun OpenAI auf. Der Vorbehalt wiegt so schwer wie die Zahlen. Ramp zählt den Anteil der eigenen Kunden, die ein Abonnement oder Tokens bezahlen, und diese Kundschaft neigt zu amerikanischen mittelständischen und wachstumsstarken Firmen. Das ist weder globaler Marktanteil noch Umsatz: Ein Unternehmen, das zwanzig Dollar zahlt, zählt genauso wie eines, das zwanzig Millionen zahlt.
Warum es wichtig istEs gibt kein öffentliches Verzeichnis darüber, wer im Unternehmensgeschäft mit KI vorn liegt, also trägt eine Handvoll unvollkommener Hilfsgrößen die Erzählung — und dies ist die meistzitierte davon. Der nützliche Befund ist nicht die Rangfolge, sondern die Wende: Anthropics Vorsprung ruhte auf Entwicklern und Programmierarbeit, und eine Umkehr legt nahe, dass OpenAIs Vorstoß in Arbeitsplatzprodukte irgendwo ankommt. Für alle, die einen Anbieter auswählen, lautet die ehrliche Lehre gegenteilig zur Trendlinie: Diese beiden liegen nahe genug beieinander, dass die Entscheidung davon abhängen sollte, was die eigene Arbeit braucht — nicht davon, wessen Anteil sich im Vormonat um einen Punkt bewegt hat.
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