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Branche 2026-08-21

Die Ärztinnen und Anwälte, die KI-Antworten benoten, sind inzwischen ein Halbe-Milliarde-Geschäft — und diese Firma hat sich in acht Monaten verfünffacht

Die Ärztinnen und Anwälte, die KI-Antworten benoten, sind inzwischen ein Halbe-Milliarde-Geschäft — und diese Firma hat sich in acht Monaten verfünffacht

Micro1 teilte TechCrunch am 20. August mit, dass die hochgerechnete Bruttojahresrate binnen acht Monaten von 100 auf 500 Millionen Dollar gestiegen ist. Der Bruttowert ist nicht das Geld der Firma. Wie andere in der Branche beauftragt sie Fachleute — Ärztinnen, Anwälte, Wissenschaftlerinnen — und reicht den Großteil des Honorars an sie weiter; behalten werden grob 60 bis 70 Prozent, womit die Nettorate zwischen 150 und 200 Millionen liegt. Fertige Datensätze, die an mehrere Kunden gehen, tragen Margen von 80 bis 90 Prozent. Das Unternehmen ist vier Jahre alt, wurde von Ali Ansari gegründet und begann als KI-Recruiting-Werkzeug, ehe es umschwenkte, als Datenlabeling-Firmen die Plattform zur Auswahl von Annotatoren nutzten. Heute reicht die Arbeit von der Expertenbewertung von Modellausgaben für bestärkendes Lernen über synthetische Daten bis zu einem Robotik-Vortrainingsdatensatz, für den Hunderte gewöhnliche Menschen dafür bezahlt wurden, sich beim Hantieren mit Alltagsgegenständen zu Hause zu filmen. Im vergangenen September holte die Firma eine Series A bei 500 Millionen Bewertung. Zur Einordnung: Wettbewerber Mercor liegt bei rund 2 Milliarden hochgerechnetem Bruttoumsatz, Handshake bei 1 Milliarde.

Warum es wichtig istDie übliche Erzählung über KI handelt von Maschinen, die Expertenarbeit ersetzen. Ihre am schnellsten wachsende Lieferkette tut das Gegenteil: Sie existiert, um Expertenurteil stundenweise einzukaufen, weil Modelle ohne Menschen, die Medizin oder Recht wirklich beherrschen und ihre Antworten korrigieren, kaum weiterkommen. Das ist ein realer, wenn auch unglamouröser Arbeitsmarkt, inzwischen groß genug, dass allein drei Firmen Milliarden hindurchbewegen. Von dort kommen auch die Robotik-Trainingsdaten der nächsten Jahre — nicht aus Laboren, sondern von Fremden, die dafür bezahlt werden, ihre eigene Küche zu filmen. Daran lohnt es sich zu erinnern, wenn dieselbe Branche Ihnen erklärt, Fachwissen höre bald auf zu zählen.
#Robotik

✓ Verifiziert · 3 Quellen

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