KI in der Bildung
AI Minute Newsroom
2026-08-22
Vietnam hat genau aufgeschrieben, wie ein Studierender KI nutzen darf und wie nicht — und es ist kein Verbot
Das Rundschreiben 49/2026, am 30. Juni vom vietnamesischen Ministerium für Bildung und Ausbildung erlassen, ist am 15. August in Kraft getreten. Zum ersten Mal regelt das Ministerium damit den Einsatz von KI in Hochschul- und Berufsbildung, und bemerkenswert ist, was es nicht tut: Es verbietet Studierenden nicht, diese Werkzeuge zu benutzen. Stattdessen benennt es die Handlungen, die als akademische Unredlichkeit gelten — KI zum Betrug in Studium, Prüfung, Bewertung oder Forschung einzusetzen; KI-Ausgaben als eigenen Text auszugeben; Forschungsdaten zu fälschen; die Arbeit von jemand oder etwas anderem erledigen zu lassen; und die Nutzung von KI dort nicht offenzulegen, wo Offenlegung verlangt ist, dazu alles, was jede Einrichtung ergänzt. Auf der anderen Seite dürfen die Einrichtungen KI ausdrücklich für personalisiertes Lernen, Studienberatung, die Auswertung von Lerndaten und die Unterstützung der Lehre einsetzen. Jede Hochschule muss nun ihre eigene interne Ordnung nach drei erklärten Grundsätzen schreiben: Transparenz, Rechenschaft und akademische Integrität. Dasselbe Ministerium hat separat darauf hingewirkt, KI- und Digitalkompetenzen in den Studiengängen für alle Absolventinnen und Absolventen verbindlich zu machen.
Warum es wichtig istDie meisten Bildungssysteme pendeln seit zwei Jahren zwischen pauschalen Verboten, die sie nicht durchsetzen können, und einem Schweigen, das sie nicht verteidigen können. Vietnam hat die dritte Möglichkeit gewählt und sie in ein Rundschreiben geschrieben: Das Werkzeug ist erlaubt, die Täuschung nicht, und die Grenze dazwischen ist die Offenlegung. Das ist eine Regel, die eine korrigierende Lehrkraft tatsächlich anwenden kann, und sie legt die Last dorthin, wo sie hingehört — auf das Erklären dessen, was man benutzt hat, statt auf den Nachweis, dass man nichts benutzt hat. Ob es funktioniert, hängt ganz davon ab, was die einzelnen Einrichtungen als Nächstes schreiben, denn das Rundschreiben überlässt ihnen die Einzelheiten. Doch für Lehrende, Lernende und Eltern, die in jedem Land über dieselbe Frage streiten, ist dies eine konkrete nationale Antwort, die zu lesen lohnt, und nicht ein weiteres Leitpapier, das zur Vorsicht mahnt.
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