Das Digital Economy Lab in Stanford hat am 12. August eine aktualisierte Fassung seiner Studie „Canaries in the Coal Mine“ veröffentlicht und die Lohndaten bis Juni 2026 verlängert. Die Beschäftigung der 22- bis 25-Jährigen in den am stärksten KI-exponierten Berufen liegt inzwischen rund 19 Prozent unter dem Niveau, das sie erreicht hätte, wäre sie im Gleichschritt mit gleichaltrigen Beschäftigten in weniger exponierten Berufen gewachsen. Als die Arbeit erstmals mit Daten bis Juli 2025 erschien, betrug diese Lücke 15 Prozent. In absoluten Zahlen sank die Beschäftigung junger Menschen in den beiden am stärksten exponierten Quintilen zwischen November 2022 und Juni 2026 um etwa 11 Prozent, während sie im am wenigsten exponierten Quintil um rund 10 Prozent zunahm. Die Autoren — Erik Brynjolfsson, Bharat Chandar und Ruyu Chen — arbeiten mit Lohnabrechnungsdaten von ADP statt mit Umfragen, weshalb sich die Reihe mit jedem neuen Monat fortschreiben lässt. Die neue Fassung ergänzt die Unterscheidung, die den größten Teil der Erklärung trägt: Die Rückgänge konzentrieren sich auf Berufe, die auf kodifiziertem Wissen beruhen — jener Art, die in Handbüchern und Lehrbüchern steht —, während in Tätigkeiten, die von implizitem Wissen leben, erfahrene Beschäftigte zulegen. Die Autoren sagen ausdrücklich, dass es sich um beschreibende Muster und nicht um kausale Schätzungen handelt, dass andere Erklärungen möglich sind und dass der Effekt in ihrer Stichprobe größer ausfällt als in nationalen Vergleichswerten.