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AI Minute Newsroom
2026-08-27
Nvidia hat in drei Monaten Chips für 96 Milliarden Dollar verkauft — und sagt, das nächste Jahr wachse nur deshalb um 70 Prozent, weil es nicht schneller bauen kann
Nvidia legte am 26. August nach Börsenschluss das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor: 96,2 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 106 Prozent gegenüber dem Vorjahr, erwartet worden waren rund 92 Milliarden. Allein das Rechenzentrumsgeschäft brachte 89,0 Milliarden, 117 Prozent mehr — neun Zehntel des Konzerns. Die Bruttomarge blieb bei 75,0 Prozent, der verwässerte GAAP-Gewinn lag bei 2,46 Dollar je Aktie. Lauter ist die Prognose: 108 Milliarden Dollar, plus/minus 2 Prozent, für das laufende Quartal, klar über dem Konsens — und ohne jeden Rechenzentrumsumsatz aus China einzurechnen. Der Finanzchef bezifferte den Auftragsbestand auf mehr als 2 Billionen Dollar und die Investitionen der Hyperscaler auf über 800 Milliarden in diesem Jahr und 1,3 Billionen im Jahr 2027. Auf die für das Geschäftsjahr 2028 eingeplanten 70 Prozent Umsatzwachstum angesprochen, sagte Jensen Huang, das Unternehmen habe Nachschub für 70 Prozent Wachstum, die Nachfrage sei aber deutlich höher. Zu China wiederholte Huang, Nvidia würde Washington einen Anteil an den Blackwell-Verkäufen überlassen, um eine Exportlizenz zu bekommen. Seine Zusammenfassung des Quartals: Die KI hat ihren Wendepunkt erreicht, sie leistet nützliche Arbeit, ihre Token sind produktiv und profitabel — Rechenleistung ist jetzt Umsatz. Die Aktie legte nachbörslich rund 4 Prozent zu.
Warum es wichtig istDrei Jahre lang lautete das stärkste Gegenargument zur KI, die Ausgaben seien eine Wette auf künftige Nachfrage und keine Antwort auf heutige. Ein Auftragsbestand von 2 Billionen und ein Chef, der sagt, die Grenze sei seine eigene Fertigung und nicht sein Auftragsbuch, ist der bislang beste Beleg dafür, dass aus der Wette zumindest eine Warteschlange geworden ist. Man kann denselben Satz aber auch umdrehen: Ein Unternehmen, dessen Kunden eine Handvoll Hyperscaler sind und dessen Wachstumsprognose genau darauf beruht, dass eben diese Firmen nächstes Jahr 1,3 Billionen ausgeben, hat einen gewaltigen Teil der weltweiten Investitionen in einer einzigen Lieferkette gebündelt. Und die Prognose unterstellt stillschweigend, dass China nichts beisteuert — die Exportlizenz, um die Huang ringt, ist also ein Aufwärtspotenzial, das niemand eingepreist hat, und die Geopolitik darum herum ist inzwischen ein Posten der KI-Wirtschaft, keine Fußnote.
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