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Forschung 2026-08-09

2.587 Leser bewerteten Kurzgeschichten: Sie hielten die von der KI für besser — und konnten nicht sagen, welche welche war

2.587 Leser bewerteten Kurzgeschichten: Sie hielten die von der KI für besser — und konnten nicht sagen, welche welche war

Sydney Sears und Deena Skolnick Weisberg von der Villanova University führten drei Experimente mit 2.587 Erwachsenen durch und veröffentlichten die Ergebnisse in diesem Monat in Judgment and Decision Making, der Zeitschrift von Cambridge University Press; der Verlag machte die Befunde am 4. August bekannt. Die Teilnehmenden lasen rund tausend Wörter lange Kurzgeschichten, teils von Menschen, teils von ChatGPT verfasst, und über die Urheberschaft wurde ihnen mal die Wahrheit, mal das Gegenteil gesagt. Die Leser bewerteten die KI-Texte sowohl in der Qualität als auch darin, wie sehr sie hineinzogen, höher als die menschlichen — und noch höher, wenn ihnen gesagt worden war, ein Mensch habe sie geschrieben. Beim Bestimmen des Verfassers versagten sie: 39,93 Prozent Treffer im zweiten Experiment, schlechter also als Raten, und 51,97 Prozent im dritten, was genau Raten entspricht. Nur ein Merkmal sagte bessere Trefferquoten voraus, und es war nicht das naheliegende. Wer mehr Umgang mit KI-Systemen angab, schnitt besser ab; wer größere literarische Kennerschaft angab, nicht. Laut Weisberg ist KI-Prosa meist klarer, direkter und leichter zu verarbeiten, während von Menschen geschriebene Geschichten oft feiner und vielschichtiger sind.

Warum es wichtig istSchulen, Lektorate und Wettbewerbsjurys verlassen sich weiterhin auf das Gefühl, den Unterschied zu spüren, und hier wird dieses Gefühl beim Danebenliegen direkt gemessen — auch bei denen, die es ihrer Ausbildung nach treffen müssten. Man sollte ebenso sehen, was die Studie nicht behauptet: Sie stellt nicht fest, dass KI besser schreibt, sondern dass Leser sie bevorzugten, und als Grund wird genannt, dass die maschinelle Prosa glatter und leichter zu durchlaufen ist — was nicht dasselbe ist wie gut. Praktisch am schärfsten ist der letzte Befund. Der Umgang mit diesen Werkzeugen verbesserte die Erkennung, literarische Bildung nicht; die Fähigkeit, KI-Text zu erkennen, erwirbt man also durch die Nutzung von KI und nicht durch mehr Romane. Wer eine Redlichkeitsregel auf die Annahme gebaut hat, eine erfahrene Lehrkraft merke das ohnehin, dem ist nun mit Zahlen gesagt worden: Sie merkt es nicht.

✓ Verifiziert · 3 Quellen

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